Armut
....das Unglaubliche, ja Skandalöse am Evangelium ist nämlich, daß nicht unsere Tüchtigkeit die Krise der Gemeinde lösen kann, sondern gerade unser schreiendes Unvermögen. Unsere geistliche Armut ist nicht unser größtes Problem, sondern unsere größte Chance. Das große Problem ist, daß wir ständig vor dieser Armut fliehen, sie ableugnen, verdrängen, verachten und so den Durchbruch aufschieben und unser Elend verlängern. Unsere Fixierung auf Kompetenz, Effektivität und neue Lösungen ist ein Riesenhindernis für die Gemeindeerneuerung, denn sie läßt uns auf uns selbst vertrauen und nicht auf Gott. Wie jemand einmal sagte:” Wenn Gott seinen Geist von den Kirchen wegnähme, würde der Betrieb doch zu 90 % weitergehen.”.........
............Jawohl, wir sind entsetzlich arm. Wir haben das geistliche Erbe unserer Väter und Mütter aufgezehrt, wir haben die Seele der Kirche um Geld verkauft, so viele Suchende bekommen Steine statt Brot in unseren Gottesdiensten, eine junge Generation nach der anderen bleibt vom Evangelium unerreicht, weil wir uns hinter leerer Betriebsamkeit versteckt haben. ..............................
..........Was können wir hier noch tun ? Gar nichts. Just dieser Punkt der äußersten Nacktheit, wo wir keine Lösungen mehr haben und endlich gelernt haben, den Machern zu mißtrauen, ist der Ausgangspunkt für den Durchbruch der Gnade. Wir tun, was wir können, um diesem schmerzlichen Punkt auszuweichen. Wie viele von unseren Experten und Propheten und Kursen und Erneuerungsmodellen sind eigentlich nur Feigenblätter für diese Nacktheit ? Nur zu oft liegt unter der Oberfläche unserer glaubensfrischen Neuprojekte die tiefe Angst davor, unser Elend einzugestehen und radikal Gott das Ruder in die Hand zu geben...........
Magnus Malm